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Die 10 besten Campingplätze in Finnland

Finnland ist das Land der fast 188.000 Seen, der Mitternachtssonne und des Jokamiehenoikeus — dem finnischen Jedermannsrecht, das dem schwedischen Allemansrätten entspricht und das Zelten in der Natur weitgehend frei erlaubt. Campen in Finnland bedeutet oft: das Zelt auf einer Felsplatte am Seeufer, Angeln um Mitternacht im Licht der nie untergehenden Sonne und danach die Sauna. Das nationale Camping-System klassifiziert Plätze mit Sternen; darüber hinaus betreibt die staatliche Forstverwaltung Metsähallitus hunderte kostenfreier Naturlager- und Rastplätze mit Feuerstelle und Trockentoilette — eine der großzügigsten Wildcamp-Infrastrukturen der Welt. Die Hauptsaison ist kurz: Mitte Juni bis Mitte August. Eine Übernachtung auf einem klassischen Campingplatz kostet meist im unteren bis mittleren zweistelligen Euro-Bereich. Die Entfernungen in Finnland sind groß: Von Helsinki bis nach Inari in Nordlappland sind es über tausend Kilometer, weshalb sich für eine Lappland-Reise ein Inlandsflug nach Rovaniemi, Kittilä oder Ivalo und ein Mietwagen vor Ort anbieten. Im Süden lassen sich viele Seenplatz-Ziele dagegen bequem mit der Bahn erreichen. Die folgenden zehn Plätze spannen den Bogen von der Hauptstadtregion bis zur Tundra am Polarkreis.

1. Naturcamping bei Suomussalmi, Kainuu

In den weiten Wäldern von Kainuu, nahe der russischen Grenze, liegen ruhige Plätze am Ufer des Kiantajärvi-Sees. Suomussalmi ist als Schauplatz der Schlacht von Suomussalmi während des Winterkriegs 1939/40 (Talvisota) bekannt; in der Region erinnern Gedenkstätten daran. Einsam, still, scheinbar endloser Wald — eine der ursprünglichsten Camping-Regionen Finnlands. Bei Suomussalmi steht zudem die bekannte Kunstinstallation „Das stille Volk" aus hunderten Strohfiguren am Straßenrand — ein eindrückliches Bild inmitten der Landschaft.

2. Bauernhof-Camping am Pyhäselkä, Kontiolahti, Nordkarelien

Ein Hofcamping am Ufer des Pyhäselkä-Sees, nördlich von Joensuu. Nordkarelien bewahrt die stärkste karelische Kultur Finnlands: Runengesang, orthodoxe Kirchen und ausgedehnte Wälder. Angelplätze, Bootsverleih und ein Saunahaus am See gehören zum Standard; der See ist Teil des großen Saimaa-Gewässersystems, in dem die seltene Saimaa-Ringelrobbe lebt, eine der bedrohtesten Robbenarten der Welt. Joensuu, die „Hauptstadt Nordkareliens", ist per Bahn von Helsinki erreichbar und ein guter Ausgangspunkt für die Region.

3. Nuuksio-Nationalpark, Espoo, Hauptstadtregion

Nur rund 30 Kilometer von Helsinki entfernt beginnt im Nuuksio-Nationalpark der finnische Urwald. Metsähallitus betreibt mehrere offiziell markierte Lagerzonen mit Feuerstellen und Holzunterständen; kein klassisches Campingplatz-Format, aber die perfekte Waldcamp-Erfahrung in unmittelbarer Nähe der Hauptstadt. Das Naturzentrum Haltia am Parkrand erklärt die finnische Natur. Mit Bus und einer kurzen Wanderung ist der Park auch ohne Auto von Helsinki aus erreichbar — ein seltener Luxus für ein echtes Wildnis-Erlebnis so nah an einer Großstadt.

4. Koli-Nationalpark, Koli, Nordkarelien

Koli gilt vielen als die schönste Aussicht Finnlands: Felshänge mit Blick über den weiten Pielinen-See, alter Wald und sanfte Hügel. Die Aussicht inspirierte Nationalromantiker wie den Maler Eero Järnefelt und den Komponisten Jean Sibelius. Nationalpark-Wanderwege führen durch Altwald; staatliche Lagerzonen mit Holzunterkünften und freien Zeltflächen ergänzen das nahe gelegene Hotel- und Hüttenangebot. Der Gipfel Ukko-Koli erreicht zwar nur etwas über 340 Meter, doch der Höhenunterschied zum See und die weite Aussicht über die bewaldete Inselwelt machen ihn zum vielleicht bekanntesten Aussichtspunkt des Landes. Im Winter wird Koli zum kleinen, ruhigen Skigebiet.

5. Camping Saarijärvi, Mittelfinnland

Im Herzen der finnischen Seenplatte liegt dieser Platz an einem typischen Waldsee: flacher Ufersand, Schilfgürtel und Fischadler über dem Wasser. Kanuverleih und geführte Angeltouren sind ab Platz möglich; die Seenplatte ist das klassische Kanu- und Kajakrevier Finnlands, mit kurzen Tragestrecken zwischen den Seen. Die Region ist auch mit dem Namen des Schriftstellers Aleksis Kivi verbunden.

6. Camping bei Levi, Sirkka, Lappland

Levi ist das beliebteste Wintersportgebiet Finnlands; im Sommer verwandelt es sich in ein Ausgangszentrum für Trekking und Mountainbiken. Der Platz liegt am Fuß des Fjälls; Wanderwege führen hinauf auf die offenen Hochflächen mit weiten Ausblicken. Rentiere kreuzen regelmäßig das Gelände, und im Herbst (Ruska) färbt sich die Tundra leuchtend rot und gold. Der nächste Flughafen Kittilä liegt nur wenige Kilometer entfernt, was Levi zu einem der am leichtesten erreichbaren Fjäll-Ziele Lapplands macht.

7. Saariselkä, am Urho-Kekkonen-Nationalpark, Lappland

Am Rand des Urho-Kekkonen-Nationalparks liegt Saariselkä als Treffpunkt für Langstrecken-Trekker. Das weitläufige Wegenetz des UKK-Parks umfasst hunderte Kilometer markierter Routen mit Feuerstellen und freien Wildnishütten (autiotupa); das Sámi-Zentrum Inari liegt rund 30 Kilometer entfernt. Im Spätsommer und Herbst beginnt die Saison der Nordlichter, die hier nördlich des Polarkreises in klaren Nächten häufig zu sehen sind. Der UKK-Park ist mit über 2.500 Quadratkilometern einer der größten Nationalparks Finnlands und reicht bis in die kahle Fjäll-Hochfläche.

8. Camping Virtaniemi, Inari, Lappland

Am Ufer des Inarijärvi — einem der größten Seen Finnlands mit tausenden Inseln — liegt Virtaniemi im Kernland der Sámi. Das Sámi-Museum Siida in Inari erklärt die indigene Kultur und Geschichte; der See ist reich an Felchen, Saiblingen und Hechten. Die Mitternachtssonne scheint hier von etwa Mitte Mai bis Ende Juli ohne Unterbrechung. Der Inarijärvi ist das spirituelle Zentrum der finnischen Sámi; auf der heiligen Insel Ukonkivi brachten sie einst Opfergaben dar. Bootsausflüge zu den zahllosen Inseln und das Angeln auf Saibling gehören zu den schönsten Erlebnissen der Region.

9. Bauernhof-Camping am Pielisjoki, Nurmes, Nordkarelien

Ruhiges Hofcamping am Pielisjoki-Fluss, unweit der Grenze zu Nationalpark-Gebieten. Typisches karelisches Bauernhaus, Sauna am Fluss und frische Hofprodukte. Mehrtägige Kanutouren auf dem Pielisjoki und dem Pielinen-See lassen sich gut planen; staatliche Rast- und Lagerzonen liegen in regelmäßigen Abständen entlang der Strecke.

10. Camping am Puula, Mäntyharju, Südfinnland

Am Puula-See, einem der klarsten Seen Südfinnlands, liegt dieser Platz in einer Landschaft, die Karelien im Kleinen nachzeichnet. Kristallklares Wasser zum Schwimmen, eine Sauna am Ufer und ruhige Parzellen unter alten Kiefern. Mäntyharju ist per Bahn von Helsinki gut erreichbar, was den Platz auch ohne Auto zugänglich macht — ideal für eine erste Begegnung mit der finnischen Seenplatte.

Camping in Finnland: Saison und Praxis

Die Hauptsaison dauert von Mitte Juni bis Mitte August; außerhalb dieser Zeit sind viele klassische Plätze geschlossen oder nur auf Vorbuchung geöffnet. Die Naturlagerplätze von Metsähallitus sind dagegen ganzjährig nutzbar, im Winter allerdings nur für gut ausgerüstete Reisende. Mücken und Kriebelmücken sind von Ende Juni bis August besonders in Lappland ein ernstes Thema: wirksame Repellents und eng schließende, helle Kleidung gehören ins Gepäck. Wer die Nordlichter erleben will, reist im Spätherbst oder Winter; für die Mitternachtssonne und Badeseen ist der Hochsommer ideal. Lagerfeuer sind nur an erlaubten Stellen und nur bei nicht ausgerufener Waldbrandwarnung gestattet. Das Jedermannsrecht erlaubt zwar das Zelten für ein bis zwei Nächte fast überall in der Natur, doch Rücksicht ist Pflicht: Abstand zu Wohnhäusern halten, keine Spuren hinterlassen und Müll vollständig mitnehmen. Die Sauna gehört in Finnland untrennbar zum Camping-Erlebnis — viele Plätze und Naturlagerstätten verfügen über eine Saunahütte am Wasser, oft mit der Möglichkeit, danach direkt in den See zu springen. Wer all das mitbringt, erlebt Finnland von seiner schönsten Seite: stille Seen, endlose Wälder und ein Licht, das im Sommer nie ganz verlöscht.

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