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Die 10 besten Campingplätze in der Schweiz

Die Schweiz ist teuer — das gilt auch fürs Camping. Eine Zeltübernachtung für zwei Personen kostet hier je nach Lage und Saison oft 40 bis 70 Franken. Aber wer einmal in einem Schweizer Bergkamping übernachtet hat, mit Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau oder auf den spiegelglatten Vierwaldstättersee, versteht den Aufpreis sofort. Der TCS (Touring Club Schweiz) betreibt und klassifiziert das dichteste Campingplatznetz der Alpenregion; ACSI-Karteninhaber profitieren in der Nebensaison an zahlreichen Partnerbetrieben von reduzierten Tarifen. Anders als in den meisten Nachbarländern ist freies Biwakieren oberhalb der Waldgrenze in vielen Kantonen geduldet — ein einzigartiger Vorteil. Diese zehn Plätze reichen vom Berner Oberland über das Tessin bis ins hochalpine Engadin.

1. TCS Camping Interlaken, Interlaken, Berner Oberland

Eine der besten Lagen für Bergcamping in Europa: zwischen Thuner- und Brienzersee, mit direktem Blick auf das Berner Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau. Der große TCS-Betrieb hat ausgezeichnete Infrastruktur und liegt nur Gehminuten vom Bahnhof, von dem aus Tagestouren aufs Jungfraujoch (3.454 m, „Top of Europe"), aufs Schilthorn und auf den Harder Kulm starten. In der Hochsaison von Juni bis August ist der Platz fast immer ausgebucht — frühzeitig reservieren.

2. Camping Manor Farm, Brienz, Brienzersee

Am türkisfarbenen Brienzersee — gespeist von Gletscherschmelze — bietet Manor Farm privaten Seezugang, Bootsverleih und eine Berglandschaft, die Postkarten überflüssig macht. Die Wassertemperatur erreicht im Hochsommer höchstens etwa 20 Grad — frisch, aber an heißen Tagen willkommen. Das Schweizer Freilichtmuseum Ballenberg, die Holzschnitzerei-Tradition von Brienz und die nostalgische Brienzer-Rothorn-Dampfbahn liegen in der Nähe.

3. Camping Aaregg, Brienz, Berner Oberland

Ebenfalls am Brienzersee und etwas ruhiger als Manor Farm: ein familiärer Betrieb mit für Schweizer Verhältnisse ausgezeichnetem Preis-Leistungs- Verhältnis und vielen Stellplätzen direkt am Wasser. Schiffsverbindung nach Interlaken; die Wanderung zu den Giessbachfällen, die über mehrere Stufen in den See stürzen, dauert vom gegenüberliegenden Ufer aus etwa 45 Minuten plus historische Standseilbahn.

4. Camping Alpenblick, Wilderswil, Berner Oberland

Der Name ist Programm: Alpenblick liegt in Wilderswil, einer ruhigen Gemeinde zwischen Interlaken und Grindelwald. Kleinere Anlage als die großen TCS- Betriebe, dafür familiärer und stiller. Ab Wilderswil fährt die Zahnradbahn auf die Schynige Platte mit ihrem berühmten Alpengarten und dem Panoramaweg; der Wanderweg ins ruhige Saxettal beginnt direkt am Platz.

5. Camping TCS Lugano-Muzzano, Lugano, Tessin

Das mediterrane Flair der Schweiz konzentriert sich rund um den Luganersee. Dieser Platz nahe dem Westufer bietet mildes Klima, Palmen, Oleander und das subtropisch anmutende Licht des Südtessins. Der Monte San Salvatore und der Monte Brè sind per Standseilbahn erreichbar; die Tessiner Küche — Polenta, Risotto, Merlot aus dem Sopraceneri — gehört zum Programm.

6. Camping Hopfräben, Brunnen, Vierwaldstättersee

Am Urnersee, dem dramatischsten Arm des Vierwaldstättersees, liegt Brunnen gegenüber dem Rütli — der mythischen Gründungswiese der Eidgenossenschaft von 1291. Der Platz bietet Seezugang und ist idealer Ausgangspunkt für die historischen Raddampfer nach Luzern sowie für den Weg der Schweiz, der rund um den Urnersee führt. Tell-Museum und Rütliwiese sind klassische Ausflugsziele.

7. Camping Morteratsch, Pontresina, Engadin

Einer der höchstgelegenen Campingplätze der Schweiz auf rund 1.900 Metern, nur wenige Gehminuten vom Morteratschgletscher — einem der eindrücklichsten Talgletscher der Ostalpen. Der Gletscherschwund ist hier sichtbar gemacht: Jahreszahl-Markierungen entlang des Wegs zeigen, wie weit sich das Eis seit 1900 zurückgezogen hat. Die Aussicht auf Piz Bernina und Piz Palü ist weltklasse, und die Rhätische Bahn hält direkt beim Platz.

8. Camping Isleten, Isenthal, Uri

Einer der abgeschiedensten Plätze am Vierwaldstättersee, in einer stillen Bucht am Fuß des Urirotstocks. Die Lage am Urnersee ist denkbar ruhig, der Schiffssteg verbindet mit Flüelen und Brunnen. Für Liebhaber von Einsamkeit und Stille der ideale Platz der Zentralschweiz — wenig Trubel, viel Bergsee und steile Wände ringsum.

9. TCS Camping Grindelwald, Grindelwald, Berner Oberland

Unterhalb der Eigernordwand — wohl der berühmtesten Bergwand der Alpen — liegt der TCS-Platz in Grindelwald auf rund 1.030 Metern. Blick auf die Wand beim Frühstück; ab dem Dorf führen die Gondelbahnen First und Eiger Express in die Höhe, und zahlreiche Wanderwege starten direkt vor der Tür. Hochpreisig, aber die Lage am Fuß von Eiger und Wetterhorn ist nicht reproduzierbar.

10. Camping du Botza, Vétroz, Wallis

Im Rhonetal des Wallis — dem sonnenreichsten und trockensten Kanton der Schweiz — liegt du Botza inmitten von Aprikosenplantagen und Weinreben. Die Kantonshauptstadt Sion mit ihren beiden Burghügeln Valère und Tourbillon ist nur wenige Kilometer entfernt; von hier aus erschließen sich die Walliser Viertausender und Weinwanderwege. Ideal für Weinliebhaber und Bergwanderer zugleich, mit Schwimmbad und mediterranem Klima.

Biwakieren in der Schweiz

Oberhalb der Waldgrenze (grob ab 2.000 m) ist ein einzelnes Biwak für eine Nacht auf öffentlichem Grund in vielen Kantonen geduldet: ein Zelt, kein Feuer, kein Abfall, Aufbau erst spät und Abbau früh. Nationalparks und Wildruhezonen sind ausgenommen — der Schweizerische Nationalpark in Graubünden hat ein striktes Betretungsverbot abseits markierter Wege, und Zelten ist dort generell untersagt. Eidgenössische und kantonale Regeln unterscheiden sich; im Zweifel gilt: Grundstücksgrenzen und Jagdbanngebiete respektieren und lokale Vorschriften prüfen.

Saison und Anreise

Die Hochsaison im Berner Oberland und im Engadin reicht von Juni bis August; Juli und August sind in Interlaken und Grindelwald oft ausgebucht. Mai/Juni und September bringen weniger Andrang, kühlere Nächte und im Frühjahr noch Schnee in den Höhenlagen. Die Schweiz ist mit dem ausgezeichneten SBB-Netz und den Bergbahnen auch ohne Auto bestens erschlossen — viele dieser Plätze liegen in Gehweite eines Bahnhofs oder Schiffsstegs. Ein GA oder ein Halbtax-Abo lohnt sich bei längeren Aufenthalten schnell.

Verpflegung und Ausrüstung

Camping in der Schweiz heißt nicht zwangsläufig teuer essen: Wer im Supermarkt (Migros, Coop, oder günstiger bei Aldi und Lidl) einkauft und am Platz kocht, hält die Kosten im Rahmen. Frische Bergluft, Alpkäse aus der Region, Brot vom Dorfbäcker und ein Glas Wein aus dem Wallis oder Tessin machen aus einem einfachen Zeltabend ein kleines Fest. Trinkwasser ist an fast allen Schweizer Dorfbrunnen kostenlos und von ausgezeichneter Qualität.

Bei der Ausrüstung gilt: In den Alpen kann das Wetter im Tagesverlauf umschlagen, selbst im Hochsommer. Auf 1.900 Metern in Morteratsch oder unter der Eigernordwand in Grindelwald fallen die Nachttemperaturen auch im Juli oft einstellig, ein warmer Schlafsack und eine gute Isomatte sind Pflicht. Im Tessin dagegen herrscht subtropisches Klima mit warmen Nächten, dafür kann es heftige Gewitter geben. Wer wandern will, packt feste Schuhe ein und prüft die Lawinen- und Wetterlage über die offiziellen Kanäle von MeteoSchweiz, bevor er in die Höhe geht.

Saison und Reservierung

Die Hochsaison im Berner Oberland und im Engadin reicht von Juni bis August; Juli und August sind in Interlaken und Grindelwald oft komplett ausgebucht, also rechtzeitig reservieren. Mai/Juni und September bringen weniger Andrang, kühlere Nächte und im Frühjahr noch Schnee in den Höhenlagen, dafür goldenes Herbstlicht über den Lärchen im Engadin. Viele Plätze haben im Winter für Wintercamper geöffnet, etwa rund um die Skigebiete von Grindelwald und Pontresina.

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