Die 10 besten Campingplätze in Irland
Irland hat den Ruf eines regnerischen Landes, und das nicht ganz zu Unrecht, doch genau die atlantischen Wolken versorgen die Insel mit dem üppigsten Grün Europas und einem Himmel, der binnen Minuten von Sturm zu Sonne wechselt. Die irische Camping-Infrastruktur hat sich im letzten Jahrzehnt stark verbessert, vor allem entlang des Wild Atlantic Way, einer rund 2.500 Kilometer langen ausgeschilderten Küstenroute von Kinsale in County Cork bis nach Malin Head in County Donegal. Sie hat einen Boom kleiner Campingplätze und Glamping-Betriebe ausgelöst. Ein Jedermannsrecht wie in Skandinavien gibt es nicht; Wildcampen auf Privatland ist ohne Erlaubnis nicht gestattet, in einigen Nationalparks und auf Staatsland wird es mit Rücksicht toleriert. Stellplatzpreise liegen meist zwischen 25 und 40 Euro pro Nacht für zwei Personen. Wichtigster Praxistipp: ordentliche Regenkleidung und ein sturmtaugliches Zelt sind Pflicht, nicht Kür.
1. Cronin's Yard, Beaufort (County Kerry)
Am Fuß der MacGillycuddy's Reeks, der höchsten Bergkette Irlands mit dem Carrauntoohil (1.039 m, höchster Gipfel des Landes), liegt Cronin's Yard als legendärer Ausgangspunkt für Bergwanderer. Kein Luxus, aber authentische irische Bergkultur: Steinmauern, Moorlandschaft, Schafe auf der Weide, ein einfaches Teehaus. Touren auf den Carrauntoohil über den Devil's Ladder und durch das Hag's Glen starten direkt hier. Killarney mit Nationalpark und Bahnhof liegt rund 20 Kilometer entfernt; der Ring of Kerry, die berühmte Panoramastraße rund um die Iveragh-Halbinsel, beginnt gleich nebenan. Wer höher hinaus will, sollte den Carrauntoohil nur bei klarer Sicht und mit Karte angehen, da der Berg bei Nebel und Regen anspruchsvoll wird.
2. Clifden Eco Camping / Hafen, Clifden (Connemara, County Galway)
Connemara ist irische Wildnis in Reinform: Hochmoor, Felsheide, Binnenseen und die Twelve Bens als gezackter Quarzitgebirgszug. Campingmöglichkeiten beim Küstenort Clifden, der "Hauptstadt von Connemara", bieten den idealen Start für die Sky Road, eine der spektakulärsten Panoramastraßen der Insel mit Blick auf den Atlantik und die Inseln. Der Connemara-Nationalpark mit dem Diamond Hill, einem gut markierten Rundwanderweg mit Atlantikblick, ist gut eine halbe Stunde entfernt, ebenso die neugotische Kylemore Abbey mit ihrem viktorianischen Mauergarten. In Connemara wird zudem noch Irisch (Gaeilge) als Alltagssprache gesprochen, die Region ist Teil der Gaeltacht.
3. Curraghchase Caravan and Camping, Kilcornan (County Limerick)
Im gepflegten Forstpark eines ehemaligen viktorianischen Herrenhauses, umgeben von alten Eichen und Nadelbäumen, liegt Curraghchase abseits der touristischen Hauptrouten. Spazierwege durch den Park, ein Arboretum und viel Ruhe prägen den Platz, der vom staatlichen Forstbetrieb Coillte verwaltet wird. Das hübsche Heritage-Dorf Adare mit seinen reetgedeckten Cottages ist rund 15 Kilometer entfernt, die Stadt Limerick gut eine halbe Stunde.
4. Lough Ramor Camping, Virginia (County Cavan)
Am Ufer des Lough Ramor, eines Binnensees inmitten des hügeligen Midlands-Landes, liegt ein ruhiger Platz fernab der Atlantikrouten. County Cavan ist als "Land der 1.000 Seen" bekannt und ein Paradies für Angler: Hecht, Barsch und Brasse sind hier zu Hause. Kajakfahren auf dem See, Spaziergänge und das verschlafene Marktstädtchen Virginia runden das Bild ab. Die irischen Midlands gehören zu den am wenigsten besuchten Regionen der Insel und sind entsprechend günstig und entspannt.
5. Cong Camping, Caravan and Glamping Park, Cong (County Mayo)
Cong wurde durch den Film "The Quiet Man" (1952) mit John Wayne und Maureen O'Hara weltbekannt, der hier gedreht wurde. Der Ort wirkt wie eine Zeitreise: eine mittelalterliche Klosterruine (Cong Abbey), Dorfpubs und das nahe Luxushotel Ashford Castle. Der Campingplatz liegt am Rand des Dorfes mit Zugang zum Lough Corrib, dem zweitgrößten See Irlands. Der Lough Mask und die Berge der Joyce Country liegen in Sichtweite, Galway gut eine Stunde entfernt.
6. Camping bei Portlaoise (County Laois)
Zentral im Herzen Irlands gelegen, eignet sich die Gegend um Portlaoise ideal als Zwischenstopp einer Rundreise. Der Rock of Cashel mit seinen mittelalterlichen Kirchenbauten, die Mittelalterstadt Kilkenny mit ihrem Schloss und die Wicklow Mountains sind allesamt in Tagesausflugsdistanz. Einfache, gepflegte Plätze mit solider Sanitärausstattung machen die Region zum praktischen Drehkreuz zwischen Dublin im Osten und der Westküste.
7. Castle Archdale, Irvinestown (County Fermanagh, Nordirland)
In Nordirland, am Ufer des Lower Lough Erne mit seinen Inselklöstern und frühen Steinmonumenten, liegt Castle Archdale in einem Country Park, der im Zweiten Weltkrieg ein Flugbootstützpunkt der RAF war. Bootstouren führen zur Klosterinsel Devenish mit ihrem Rundturm und zur White Island mit ihren rätselhaften Steinfiguren. Angeln, Radfahren und Kajaktouren auf dem glasklaren Seensystem sind die Hauptaktivitäten. Beachten: In Nordirland gilt das britische Pfund.
8. Camping bei Limerick am Shannon (County Limerick)
Entlang des Shannon, des längsten Flusses Irlands und der Britischen Inseln, gibt es in der Sommersaison Campingmöglichkeiten. Die Stadt Limerick mit King John's Castle, dem Hunt Museum und einer lebendigen Musikszene liegt nahebei. Kanutouren und Bootsausflüge auf dem Shannon lassen sich organisieren; der Fluss und seine Seen sind ein klassisches irisches Urlaubsrevier für Hausboote.
9. Farm-Camping, Enniscorthy (County Wexford)
County Wexford, der "sonnige Südosten" und die Kornkammer Irlands, ist die trockenste Ecke der Insel und ideal für unsicheres Wetter. Farm-Campings rund um Enniscorthy bieten Hofnähe: Tiere, hausgemachte Produkte und ländliche Ruhe. Die Strände bei Cahore und Curracloe (Drehort der Eröffnungsszene von "Der Soldat James Ryan") liegen wenige Kilometer entfernt. Wexford-Stadt und das nahe Vogelschutzgebiet runden den Aufenthalt ab.
10. Camping am Shannon, Athlone-Region (County Westmeath)
Am Shannon-Seengebiet der Midlands liegen ruhige Plätze mit direktem Seezugang rund um Athlone, das geografische Zentrum Irlands. Binnenschifffahrt auf dem Shannon ist ein klassisches irisches Urlaubserlebnis; Hausboote und Kanus lassen sich in Athlone mieten. Die alte Klosterstätte Clonmacnoise mit ihren Rundtürmen und Hochkreuzen liegt flussabwärts und gehört zu den bedeutendsten frühchristlichen Stätten Irlands.
Anreise und Fortbewegung
Irland erreicht man per Flug nach Dublin, Cork, Shannon, Knock oder Kerry oder mit der Fähre, etwa aus Cherbourg und Roscoff (Frankreich) nach Rosslare oder Cork, was besonders für Wohnmobil-Reisende interessant ist. Vor Ort gilt: Linksverkehr und oft sehr schmale, von Hecken gesäumte Landstraßen, auf denen man Geduld und ein eher kompaktes Fahrzeug braucht. Der Wild Atlantic Way lässt sich in Etappen abfahren; für die ganze Strecke von Cork bis Donegal sollte man mindestens zwei Wochen einplanen. Entfernungen wirken klein, dauern aber wegen der kurvigen Straßen länger als gedacht. In Nordirland wechselt man von Euro auf das britische Pfund.
Wetter und Planung in Irland
Irisches Wetter ist unberechenbar, und auf einen Tag kommen oft alle vier Jahreszeiten. Ein vollwertiges Außenzelt mit gutem Regenschutz und imprägnierte Kleidung sind keine Option, sondern Pflicht; dazu gehören gute Heringe und Abspannleinen, denn an der Küste kann es kräftig stürmen. Die beste Reisezeit ist Mai bis Anfang September, wobei Mai und Juni statistisch zu den trockensten und sonnenreichsten Monaten zählen und die langen Tage bis weit nach 22 Uhr Licht bieten. Die Atlantikseite (Kerry, Clare, Galway, Mayo, Donegal) ist deutlich regenreicher als der Osten (Wicklow, Wexford). Sommertemperaturen liegen typisch bei 15 bis 20 Grad; alles über 25 Grad gilt bereits als Hitzewelle. Midges, kleine Stechmücken, können in windstillen Sommerabenden im Westen lästig werden, ein Schutzmittel hilft. Wer flexibel bleibt, früh aufsteht und die langen Abende nutzt, erlebt Irland von seiner schönsten Seite, oft mit Regenbogen inklusive.